Damit Langstreckenflüge nicht zur Belastung für den Körper werden, sind einige Tipps zu beachten.

Tipps für entspannte Fernreisen

25. Mai. 2010 Langstreckenflüge mögen zwar praktisch sein, um weit entfernte Reiseziele zu erreichen. Doch für den Körper können sie eine Belastung darstellen. Wer ein paar Tipps beherzigt, kann seinen Organismus an Bord des Flugzeugs schonen.

Bereits ein gezielter Griff in den Kleiderschrank vor Beginn der Reise kann Problemen vorbeugen. Wer bequeme Kleidung auswählt, ist für den langen Flug meist gut gerüstet. Eng sitzende Hosen oder einschnürende Socken sind ebenso zu meiden wie unbequeme Oberteile oder Kleidungsstücke mit Ziernieten, die ins Gesäß drücken können. Weil es an Bord des Flugzeugs kühl werden kann, sollte eine wärmende Strickjacke oder ein Pullover übergestreift werden und ein Schal oder Halstuch kann vor Zugluft an Hals und Nacken schützen.

Visiert man ein tropisches Reiseziel an, ist das Kleiden nach dem Zwiebelprinzip ideal. Über einem T-Shirt kann man einen Pulli tragen und darüber eine Strickjacke. Während des Flugs wird es dann meist nicht zu kalt und am Urlaubsort sind Jacke und Pullover rasch ausgezogen, um nicht gleich extrem ins Schwitzen zu geraten. Die im Flugzeug getragenen Schuhe sollten locker sitzen und nicht drücken, denn bei vielen Menschen schwellen unterwegs die Füße ein wenig an. Möchte man an Bord die Schuhe ausziehen, gehören warme Socken ins Handgepäck. Außerdem ist eine gründliche Fußhygiene im Vorfeld ein Muss, damit Mitreisende nicht durch schlechte Gerüche belästigt werden.

Ist der Sitzplatz eingenommen und startet der Flieger, leiden viele Reisende unter Problemen mit dem Druckausgleich. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder und Babys. Sowohl beim Start als auch im Landeanflug werden in rascher Folge Zonen mit unterschiedlich hohem Luftdruck durchquert; oben am Himmel ist der Druck deutlich niedriger als auf der Erde. Der Druck auf das Trommelfell ändert sich somit zu Beginn und am Ende eines Fluges permanent und ein unangenehmes Gefühl tritt auf, bei manchen Menschen sogar Schmerzen.

Erwachsenen und älteren Kindern helfen Kaugummis. Durch die Kieferbewegungen beim Kauen öffnet sich die Ohrtrompete im Mittelohr, der Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachen-Raum wird ermöglicht. Absichtliches Gähnen ist für Groß und Klein eine hilfreiche Maßnahme, und auch das Schließen des Mundes sowie das Zuhalten der Nase bei gleichzeitigem Ausatmen können den erlösenden Druckausgleich herbeiführen. Kleinkinder sind dazu noch nicht in der Lage, ihnen können abschwellende Nasensprays helfen, damit die Atemwege frei sind und sich kein unangenehmer Druck in den Ohren aufbaut. Der Einsatz dieser nicht immer harmlosen Arzneimittel ist jedoch im Vorfeld mit dem Kinderarzt abzusprechen.

In Apotheken sind zudem spezielle Ohrstöpsel erhältlich, die den Druckausgleich erleichtern sollen. Sie können außerdem einen weiteren Zweck erfüllen: für Ruhe sorgen. Denn wer nachts schlafen möchte, fühlt sich oft durch den ungewohnten Turbinenlärm, die laute Klimaanlage oder durch Geräusche von Mitreisenden gestört. Ebenfalls empfehlenswert ist die Verwendung von Schlafmasken.

Das lange Sitzen ist für den Körper eine Belastung, ganz unabhängig davon, ob man schläft oder nicht. Bewegung ist deshalb im Flugzeug wichtig, um einer Reisethrombose vorzubeugen. Hin und wieder sollten einige Schritte auf dem Gang gelaufen werden, außerdem gibt es spezielle Sitzgymnastik, bei der die Wadenmuskulatur durch kreisende und streckende Fußbewegungen angeregt wird. Das Tragen von Reisestrümpfen kann ebenfalls dazu beitragen, vor einer Thrombose zu schützen. Am besten sprechen Urlauber vor dem Langstreckenflug mit ihrem Arzt über weitere Vorsichtsmaßnahmen, um gesund am Reiseziel anzukommen.

Damit das Blut unterwegs dünnflüssig bleibt, sollte auf alle Fälle an Bord des Flugzeugs genügend getrunken werden. Auf Alkohol ist zu verzichten, Mineralwasser, Saftschorlen oder Tomatensaft sind die besseren Alternativen. Bei den Mahlzeiten ist am besten zu leicht verdaulicher Kost zu greifen. Vegetarische Menüs, die bei der Reisebuchung bestellt werden können, liegen oft weniger schwer im Magen als Fleisch- oder Fischgerichte. Möchte man wegen Reiseübelkeit nichts essen oder trinken, kann ein wenig roher oder kandierter Ingwer helfen, der vor Reisebeginn oder auch an Bord des Flugzeuges gegessen wird.

Lange Flüge über mehrere Zeitzonen hinweg bringen den körpereigenen Rhythmus durcheinander und stellen für Menschen, die ständig Medikamente benötigen, eine besondere Herausforderung dar. So müssen beispielsweise Typ-I-Diabetiker ihre Dauermedikation bei Fernreisen entsprechend anpassen. Sie können Zeitverschiebungen bis vier Stunden durch kurz wirksame Insuline ausgleichen. Generell gilt eine Faustregel: Die Insulindosis, die innerhalb von 24 Stunden gespritzt werden muss, wird um den Bruchteil verändert, der sich aus der Zeitverschiebung ergibt. Reist man beispielsweise über sechs Zeitzonen Richtung Osten, sollte am Flugtag die normale Dosis um ein Viertel reduziert werden. Reisende in Richtung Westen müssen ihre Dosis entsprechend erhöhen. Zudem sollte alle drei Stunden der Blutzuckerspiegel kontrolliert werden, was auch für Typ-II-Diabetiker gilt. Die größte Gefahr einer Unterzuckerung besteht allerdings nicht während des Fluges, sondern in der folgenden Nacht. Eine Überprüfung des Blutzuckers vor dem Schlafengehen ist daher für Diabetiker unerlässlich.

Um den unweigerlich bei Fernreisen auftretenden Jetlag möglichst gut zu überstehen, sollte sich schon vor dem Abflug an die lokale Ortszeit am Reiseziel angepasst werden. Bei einer Reise in westlicher Richtung, also etwa von Deutschland nach New York, ist es am Zielort sechs Stunden früher als am Startpunkt. Es empfiehlt sich deshalb, sich einige Tage vor Reisebeginn etwas später als gewöhnlich zu Bett zu begeben. Früher sollte dagegen schlafen gehen und aufstehen, wer nach Osten fliegt. Während des Fluges sind die Mahlzeiten und die Schlafphasen nach Möglichkeit so zu wählen, dass sie der Zeit am jeweiligen Zielort entsprechen. Am Reiseziel hilft es Jetlag-Geplagten, sich tagsüber häufig im Freien aufzuhalten und Sonnenlicht zu tanken. Größere körperliche Belastungen sind am ersten Tag lieber zu vermeiden, ab dem zweiten Tag ist gegen sportliche Aktivitäten nichts einzuwenden. Tagsüber einen Mittagsschlaf einzulegen, fördert die rasche Gewöhnung an die neue Zeit nicht. Besser ist eine ausgedehnte Nachtruhe. Gaby Schulemann-Maier/mp mp/sm